Sorg­te 2008 für Medi­en­rum­mel: Berich­te von Jugend­li­chen, die mit 17 Jah­ren 51 Lieb­ha­ber (ZEIT), mit 12 Jah­ren 40 Män­ner (BILD) gehabt oder mit 5 Jah­ren Por­nos (Spie­gel) geschaut haben.

Porno­gra­phie lässt sich im Inter­net anonym, kos­ten­frei und ohne Zugangs­be­schrän­kung kon­su­mie­ren. Ein­schlä­gi­ge Inhal­te errei­chen mühe­los jugend­li­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen, die frü­her gesetz­lich bes­ser geschützt waren. Wohl des­halb geis­tern immer wie­der dra­ma­ti­sche Dia­gno­sen durch die Mas­sen­me­di­en: „Deutsch­lands sexu­el­le Tra­gö­die“ oder „Por­no­gra­phie als Leit­kul­tur der Unter­schicht“.

Was hat es mit die­sen Befun­den auf sich? Zunächst pro­ji­zie­ren sie pro­ble­ma­ti­sches Sexu­al­ver­hal­ten auf Por­no­gra­phie und ver­ken­nen dabei eine von sexu­el­len Anspie­lun­gen strotz­den­de Kon­sum­kul­tur. Aus­ser­dem neh­men sie oft bedenk­li­che sozi­al­struk­tu­rel­le Zuschrei­bun­gen vor: Das Bür­ger­tum kon­su­mie­re ero­ti­sche Kunst, die Unter­schicht por­no­gra­phi­sche Schmud­del­wa­re. Das Haupt­au­gen­merk aber gilt einer schein­bar ver­wahr­los­ten Jugend. All die­se Dra­ma­ti­sie­run­gen blen­den schlich­te Tat­sa­chen aus: Por­no­gra­phie wird schicht­un­ab­hän­gig kon­su­miert und ist in ers­ter Linie ein Pro­dukt von Erwach­se­nen für Erwach­se­ne.

In die­sem Bei­trag resü­mie­re ich den Stand der Wir­kungs- und Nut­zungs­for­schung und gebe anschlies­send einen Aus­blick, wie Jugend­li­che mit Blick auf ihren Por­no­gra­phie­kon­sum beglei­tet wer­den kön­nen.

Die Debat­te über Por­no­gra­phie wird von einer lan­ge tra­dier­ten Jugend­feind­lich­keit bestimmt.

Wie lebt die Jugend ihre Sexua­li­tät heu­te aus? Nun, die Jugend gibt es nicht, eben­so wenig eine Genera­ti­on Por­no. Sie sind genau­so Ver­ein­fa­chun­gen, wie es die Genera­ti­on Prak­ti­kum oder Genera­ti­on Golf einst waren. Selbst empi­ri­sche Stu­di­en wie die Jugend­un­ter­su­chun­gen zu Lie­be, Part­ner­schaft und Sexua­li­tät der Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung sind kein Abbild der Wirk­lich­keit. Trotz­dem bie­tet die Daten­flut einen guten Ein­blick, vor allem in Lang­zeit­trends. Und die Ergeb­nis­se wider­spre­chen einer sexu­el­len Tra­gö­die dia­me­tral: eine Mehr­heit der Jugend­li­chen über­nimmt part­ner­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung für die Ver­hü­tung, 92% der Her­an­wach­sen­den ver­hü­ten schon beim ers­ten Mal. Die Bezie­hun­gen sind roman­tisch und durch Idea­le wie Lie­be und Treue geprägt. Es gibt eine hohe Bezie­hungs­dich­te und seri­el­le mono­ga­me Bezie­hungs­mus­ter (Heß­ling & Bode 2015).

Treue und Lie­be: Bar­bie und Ken (©Nico­le Cas­t­an­hei­ra, Flickr)

Die Medi­en­wir­kungs­for­schung ver­führt mit ein­fa­chen Kau­sa­li­tä­ten

Diese unauf­ge­reg­ten Ein­sich­ten sol­len nicht ver­schwei­gen, dass an den gesell­schaft­li­chen Rän­dern ein mög­li­cher­wei­se frag­wür­di­ges Sexu­al­ver­hal­ten anzu­tref­fen ist, das durch die Durch­schnitts­wer­te ver­wischt wird. Um dies zu beur­tei­len, bedarf es aller­dings einer umfas­sen­den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Betrach­tung. Die media­le Bericht­erstat­tung hin­ge­gen greift immer wie­der auf Theo­ri­en bzw. Theo­riefrag­men­te der Medi­en­wir­kungs­for­schung zurück, um mög­lichst ein­fa­che Zusam­men­hän­ge zu sug­ge­rie­ren (vgl. Hill 2011). Zu den pro­mi­nen­tes­ten gehö­ren:

  1. Die sozi­al-kogni­ti­ve Lern­theo­rie behaup­tet, dass in Por­nos dar­ge­stell­te Ver­hal­tens­wei­sen zur Nach­ah­mung ein­la­den. Die­ser Theo­rie zufol­ge füh­ren posi­ti­ve Gefüh­le beim Betrach­ten zur Erwar­tung, ähn­li­che Gefüh­le bei der Selbst­aus­füh­rung der dar­ge­stell­ten Prak­ti­ken zu emp­fin­den. Da nega­ti­ve Gefüh­le (Lan­ge­wei­le, Ärger etc.) beim Por­no­gra­phie­kon­sum nicht durch­lebt wer­den, erhöht sich wie­der­um die Wahr­schein­lich­keit, das Gese­he­ne in die Rea­li­tät umzu­set­zen.
  2. Die Theo­rie der Exem­pli­fi­ka­ti­on fokus­siert auf por­no­gra­phi­sche Dar­stel­lun­gen, die als nor­ma­le, gesell­schaft­lich ver­brei­te­te Ver­hal­tens­wei­sen ange­nom­men wer­den. Das Dar­ge­stell­te wird als Norm (miss-)verstanden.
  3. Die Theo­rie des sozia­len Ver­gleichs stellt die Unzu­frie­den­heit mit sei­nem Kör­per und sei­nen sexu­el­len Fähig­kei­ten – auch denen der Partner*in – in Vor­der­grund. Sie sei das Resul­tat eines Ver­gleichs mit der Phan­ta­sie­welt des Por­nos, die von jun­gen, attrak­ti­ven, immer wil­li­gen, gut bestück­ten und aus­dau­ern­den Darsteller*innen bevöl­kert ist.
  4. Und schließ­lich geht die Habi­tua­li­sie­rungs- und Desen­si­ti­vie­rungs-Theo­rie davon aus, dass ein ursprüng­lich hoher Erre­gungs­grad bei dau­er­haf­tem Por­no­gra­phie­kon­sum abnimmt und ein stär­ke­rer Reiz nötig wird, um das bekann­te Erre­gungs­ni­veau wie­der zu errei­chen.

Die Befun­de blei­ben beschei­den – auch, weil es in die­sem Feld straf­recht­li­che Gren­zen, vor allem aber for­schungs­ethi­sche Vor­be­hal­te gibt: Wie lässt sich etwa der Beweis für die Hypo­the­se erbrin­gen, wonach der Kon­sum gewalt­hal­ti­ger Por­no­gra­phie  zu gewalt­tä­ti­ger Sexua­li­tät füh­re? Selbst Erwach­se­ne wur­den im Labor bis­lang nur mit klei­nen Dosen sexu­ell expli­zi­ter Gewalt­dar­stel­lun­gen kon­fron­tiert. In den Ergeb­nis­sen fin­den sich daher statt Kau­sa­li­tä­ten Kor­re­la­tio­nen, die mehr Fra­gen auf­wer­fen, als Ant­wor­ten geben.

Brin­gen Stör­che Kin­der? In meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern kor­re­liert die Gebur­ten­ra­te mit der Stor­chen­po­pu­la­ti­on. Je weni­ger Stör­che, umso weni­ger Kin­der. Das gleich­zei­ti­ge Auf­tre­ten zwei­er Phä­no­me­ne bedeu­tet aber nicht, dass sie in einem kau­sa­len Zusam­men­hang ste­hen. Und wenn, wäre auch fol­gen­de Hypo­the­se zuläs­sig: Kin­der brin­gen Stör­che.

Eigen­ar­tig an der Medi­en­wir­kungs­for­schung ist aus­ser­dem, dass sie immer dann in der öffent­li­chen Debat­te mit­zu­mi­schen scheint, wenn ’schäd­li­che‘ Kor­re­la­tio­nen à la more porn, more vio­lence Hoch­kon­junk­tur haben. Die­se For­schungs­rich­tung scheint für die Rol­le der Kas­san­dra abon­niert zu sein. Merk­wür­dig dar­an ist letzt­lich, dass wer nach Kor­re­la­tio­nen in Rich­tung more porn, more free­dom sucht, eben­so fün­dig wird:

Das Aus­maß von Por­no­gra­phie­kon­sum kor­re­liert mit sexu­ell frei­zü­gi­ge­ren, per­mis­si­ve­ren Ein­stel­lun­gen [zu] vor- und außer­ehe­li­chem Sex, ‚casu­al sex‘ und Ver­hal­tens­wei­sen. Dies kann auch als ‚posi­ti­ve Wir­kung‘ von Por­no­gra­phie gewer­tet wer­den, im Sin­ne einer Erwei­te­rung des sexu­el­len Spek­trums, einer Befrei­ung von tra­dier­ten Vor­stel­lun­gen von ’nor­ma­lem‘ und ‚patho­lo­gi­schem‘ Sex, evtl. auch zur frü­he­ren Klä­rung und Fes­ti­gung der eige­nen sexu­el­len Ori­en­tie­rung, Iden­ti­tät und Vor­lie­ben.“ (Hill 2011, S. 391)

Ken (kopf­los) in Por­not­o­pia (©Shel­ly, Flickr)

Die Nut­zungs­for­schung ver­spricht dif­fe­ren­zier­te Ein­bli­cke

Die Per­spek­ti­ve wech­selt Feo­na Att­wood (2005). Sie schlägt vor, nicht mehr danach zu fra­gen, was die Medi­en mit den Men­schen, son­dern, was die Men­schen mit den Medi­en machen. In ihren For­schun­gen ste­hen daher Nut­zun­gen und Erfah­run­gen der Konsument*innen mit Por­no­gra­phie im Vor­der­grund.

Eine deut­sche Unter­su­chung, die 160 Jugend­li­che im Alter von 16 bis 19 Jah­ren qua­li­ta­tiv befragt hat, folgt dem oben beschrie­be­nen Per­spek­ti­ven­wech­sel und fragt: „What do boys do with porn?“ (Mat­t­hie­sen & Schmidt 2011) sowie „What do girls do with porn?” (Mat­t­hie­sen et al. 2011). Die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se zei­gen: 96 Pro­zent aller Jugend­li­chen nut­zen das Inter­net, und fast alle sind mit Por­nos ver­traut. Dabei besteht ein gro­ßer Geschlech­ter­un­ter­schied: Jun­gen kon­su­mie­ren ent­spre­chen­de Inhal­te deut­lich mehr als Mäd­chen.

Der Kon­sum lässt beim Ein­ge­hen fes­ter Part­ner­schaf­ten nach. Die Jun­gen ver­las­sen sich beim Ona­nie­ren mehr auf die Erin­ne­run­gen eige­ner Erfah­run­gen und emp­fin­den weni­ger Lan­ge­wei­le, die sie mit Por­no­gra­pie ver­trei­ben. Mäd­chen kon­su­mie­ren vor­wie­gend, um sich sexu­ell kom­pe­tent zu füh­len, schät­zen den Infor­ma­ti­ons­ge­winn jedoch eher nied­rig ein.

Zwar ist das Inter­es­se an Por­no­gra­phie mas­siv gegen­dert, da Jun­gen Por­no­gra­phie frü­her sehen und häu­fi­ger zur Mas­tur­ba­ti­on nut­zen. Die hohe Ver­füg­bar­keit von Por­no­gra­phie füh­re aber zu ihrer Nor­ma­li­sie­rung, nicht zu Ver­ro­hung und Ver­wahr­lo­sung. Zudem erken­nen und wah­ren Jugend­li­che die Gren­ze zwi­schen Fik­ti­on und Rea­li­tät. Der Umgang der aller­meis­ten Jugend­li­chen mit Por­nos, so kon­sta­tie­ren die Autor* innen, ist ein sou­ve­rä­ner Aus­druck gesell­schaft­li­cher Zivi­li­sie­rung.

Ange­sichts die­ser Ergeb­nis­se liegt der Ver­dacht nahe, dass die dra­ma­ti­schen, aber weit­ge­hend unbe­wie­se­nen Annah­men der Medi­en­wir­kungs­for­schung nicht viel mehr als das Bedürf­nis der Mas­sen­me­di­en nach Panik­mo­ral befrie­di­gen. Trotz­dem darf der erheb­li­che For­schungs­be­darf nicht über­se­hen wer­den, liegt doch vie­les über den Ein­fluss der Por­no­gra­phie noch im Dun­keln. Dazu gehö­ren die mög­li­cher­wei­se posi­ti­ven Aspek­te des Por­no­gra­phie­kon­sums sowie die zuneh­men­de Diver­si­fi­zie­rung. Neben der als Main­stream-Por­no­gra­phie titu­lier­ten Strö­mung haben sich mit Fem­Porn (vgl. den Bei­trag von Oli­wia Blen­der), Queer Porn und Ama­teur-Por­no­gra­phie (Real­core) neue Rich­tun­gen her­aus­ge­bil­det, die ihrer­seits sehr aus­dif­fe­ren­ziert sind.

Ken goes queer (©trash world, Flickr)

Not­wen­di­ge For­sch­un­glü­cke? Der Ein­fluss der Por­no­gra­phie auf die psy­cho­sexu­el­le Ent­wick­lung von Jugend­li­chen

Niemand weiss, wel­chen Ein­fluss Por­no­gra­phie auf die psy­cho­sexu­el­le Ent­wick­lung von Kin­dern und Jugend­li­chen hat. Auch künf­tig dürf­te es schwer sein, hier­über all­ge­mei­ne Aus­sa­gen zu machen. Schliess­lich gibt es, wie erwähnt, nicht die Por­no­gra­phie und auch nicht die/​den Jugend­li­chen, son­dern ganz unter­schied­li­che Nut­zungs­mo­ti­ve und Gele­gen­hei­ten, bei denen jun­ge Men­schen auf unter­schied­li­che Inhal­te in Por­not­o­pia sto­ßen – Inhal­te über­dies, die ver­schie­de­ne Gefüh­le aus­lö­sen (kön­nen). Aus­ser­dem fin­den ver­schie­de­ne sozia­le Set­tings kaum Berück­sich­ti­gung. So erhält Por­no­gra­phie eine völ­lig ande­re Funk­ti­on, wenn sie im Kreis von Freun­den statt allei­ne kon­su­miert wird. Im letz­te­ren Fall ste­hen Kennt­nis­reich­tum und Wage­mut, auch schwie­ri­ge, ver­stö­ren­de Din­ge aus­hal­ten zu kön­nen, im Vor­der­grund. Zugleich ermög­licht es die Grup­pe, die indi­vi­du­el­len Ängs­te zur Spra­che zu brin­gen und zu bewäl­ti­gen – auch und gera­de in Abgren­zung zur Welt der Erwach­se­nen.

War­um darf ich mit 14 Jah­ren Geschlechts­ver­kehr haben, aber mir die­sen erst mit 18 Jah­ren anse­hen?“

Die­se Fra­ge eines Schü­lers der 6. Klas­se brach­te mich vor ein paar Jah­ren ins Schwit­zen. Hin­ter dem Unver­ständ­nis des Schü­lers erkann­te ich aber zugleich eine Neu­gier nach mög­lichst anschau­li­chen Infor­ma­tio­nen rund um die Sexua­li­tät. Die­sem Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis steht gegen­wär­tig der sexu­al­straf­recht­li­che Schutz vor Gefähr­dun­gen ent­ge­gen. Doch die in die­ser Lebens­pha­se typi­schen Such­be­we­gun­gen füh­ren dazu, dass die Kon­fron­ta­ti­on mit Por­no­gra­phie nahe­zu unver­meid­lich ist. Tech­ni­sche Ein­schrän­kun­gen wie Fil­ter­pro­gram­me wir­ken wenig abschre­ckend, eher  her­aus­for­dernd, die Infor­ma­ti­ons­sper­re zu umge­hen.

Daraus darf nicht auf die Sinn­lo­sig­keit sol­cher Maß­nah­men geschlos­sen wer­den. Im Gegen­teil: Eltern zei­gen mit sol­chen Lösun­gen eine Hal­tung, die den Kin­dern und Jugend­li­chen ver­deut­li­chen soll, dass die­se Inhal­te für Erwach­se­ne vor­ge­se­hen sind. Tech­ni­sche Lösun­gen soll­ten jedoch nicht das per­sön­li­che Gespräch resp. die Gesprächs­be­reit­schaft erset­zen.

Ich-Bot­schaf­ten for­mu­lie­ren!

Mit Jugend­li­chen über Por­no­gra­phie zu spre­chen, ist für vie­le Erwach­se­ne mit Gefüh­len der Scham und Pein­lich­keit ver­bun­den – für Eltern deut­lich mehr als für (sexual-)pädagogische Fach­kräf­te. Als Eltern soll­te man sich abspre­chen, ob und wenn ja, wer das Gespräch suchen soll­te. Grund­sätz­lich bie­tet sich ein gleich­ge­schlecht­li­ches Gegen­über an. Ande­rer­seits zei­gen Unter­su­chun­gen, dass der­ar­ti­ge The­men nicht ger­ne mit den Eltern bespro­chen, son­dern lie­ber in der peer group ver­han­delt wer­den.

Hilf­reich ist, wenn eige­ne Ver­stri­ckun­gen mit dem The­ma bewusst sind, und die grund­le­gen­de Gesprächs­re­gel Beach­tung fin­det, Ich-Bot­schaf­ten zu form­lie­ren. Auf die­se Wei­se kön­nen Eltern eige­ne Gedan­ken und Beden­ken in Wor­te fas­sen, ohne eine gesell­schaft­li­che Norm zu pau­scha­li­sie­ren, die es schlicht nicht gibt. Die Bot­schaft „Ich den­ke, dass der Por­no­gra­phie­kon­sum auch gefahr­vol­le Sei­ten haben kann“ ist ehr­li­cher und wahr­heits­ge­treu­er for­mu­liert als „Por­no­gra­phie­kon­sum ist auf jeden Fall gefähr­lich, die Kon­su­men­ten sind krank!“.

Zudem soll­te die Schu­le immer mehr zum Ort wer­den, wo fächer­über­grei­fend Medi­en­kom­pe­tenz auch mit Blick auf schwie­ri­ge Inhal­te gelehrt wird. Das for­dert etwa die Medi­en­psy­cho­lo­gin Nico­la Döring, die sich für die Ver­mitt­lung einer Por­no­gra­phie-Kom­pe­tenz aus­spricht. Etwas mode­ra­ter erwar­tet die Erzie­hungs­wis­sen­schaft­le­rin Alex­an­dra Klein von der Schu­le eine mehr­di­men­sio­na­le The­ma­ti­sie­rung von Sexua­li­tät. Bei­de For­de­run­gen wür­den das Ange­bot erwei­tern, jun­ge Men­schen in ihrer Neu­gier, die Welt der Erwach­se­nen ken­nen zu ler­nen, nicht allein zu las­sen.

Lite­ra­tur

Heß­ling, Ange­li­ka; Bode, Hei­drun. 2015. Jugend­se­xua­li­tät 2015. Die Per­spek­ti­ve der 14- bis 25-Jäh­ri­gen. Ergeb­nis­se einer aktu­el­len Reprä­sen­ta­ti­ven Wie­der­ho­lungs­be­fra­gung. Köln: Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung.

Hill, Andre­as. 2011. „Por­no­gra­fie­kon­sum bei Jugend­li­chen – Ein Über­blick über die empi­ri­sche Wir­kungs­for­schung“. Zeit­schrift für Sexu­al­for­schung 4.

Mat­t­hie­sen, Sila; Mar­ty­ni­uk, Urs­zu­la; Dek­ker, Arne. 2011. „What do girls do with porn?“. Zeit­schrift für Sexu­al­for­schung 4.

Mat­t­hie­sen, Sil­ja; Schmidt, Gun­ter. 2011. „What do boys do with porn?“. Zeit­schrift für Sexu­al­for­schung 4.

Bild­nach­weis

Titel­bild von Bla­ke Kathryn.

Jörg Nitschke

Jörg Nit­sch­ke

Jörg Nit­sch­ke hat Sozia­le Arbeit, Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten und Sozi­al­ma­nage­ment in Emden, Ber­lin, Osna­brück und Müns­ter stu­diert. Dar­auf folg­ten Wei­ter­bil­dun­gen in Sexu­al­päd­ago­gik sowie Paar- und Sexu­al­be­ra­tung. Seit 2006 ist er Dozent des Insti­tuts für Sexu­al­päd­ago­gik in Dort­mund und dort Vor­stands­mit­glied seit 2014. Aktu­el­le Publi­ka­ti­on: Bea­te Martin/​Jörg Nit­sch­ke: Sexu­el­le Bil­dung in der Schu­le, Stutt­gart 2017.

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