Ich wuss­te, dass das schreck­li­che Wesen, das Fran­ken­stein erschafft, sich so ein­sam und unver­stan­den fühlt, dass sein blo­ßes Dasein ver­flucht ist. Ich wuss­te, dass die furcht­ba­re Ver­ein­sa­mung sich in Rache ver­wan­delt …“ (S. 77)

Har­riet Bur­den ist eine hoch­be­gab­te und bele­se­ne Künst­le­rin, der nichts im Weg steht außer, dass sie nur als „Frau von…“ wahr­ge­nom­men wird. Um den Sexis­mus im Kunst­be­trieb zu ent­lar­ven, enga­giert sie drei Künst­ler: Sie sol­len Har­riets Instal­la­ti­ons­kunst aus­stel­len, mit ihren Män­ner­na­men gezeich­net. Das Expe­ri­ment gerät zum kom­ple­xen Ver­wirr­spiel. Die Demas­kie­rung miss­lingt, einer der Künst­ler setzt sein eige­nes Spiel dage­gen, es steht Wort gegen Wort. Und auch die Kunst ent­fal­tet ein Eigen­le­ben und macht nicht, was die Künst­le­rin will.

Ihre eige­ne Krea­ti­on ent­larvt sich als Mons­ter, des­sen Wut Har­riet unter­schätzt. Es wird sie als Künst­le­rin und Genie ermorden.

Für Liebhaber*innen von:
#Gen­der­fra­gen
#Laby­rin­then
#Gelehr­sam­keit

Siri Hust­ve­dt

Die glei­ßen­de Welt

Rowohlt Ver­lag, Rein­bek 2015
ISBN 9783498030247
Gebun­den, 496 Seiten