‚Wie kommt es bloß, dass wir Stei­ne für etwas Totes hal­ten‘, sag­te sie und ihre Wor­te lagen auf der Stil­le wie zit­tern­de Was­ser­trop­fen auf einem Blatt, ’schau­en Sie nur – wie bunt und fun­kelnd.‘ “ (S. 11)

Wie wird aus Talent Kunst? Wo ande­re nur Totes sehen, erkennt Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff sich ver­äs­teln­de Ver­bin­dun­gen und zar­tes Pul­sie­ren. Doch wenn die ade­li­gen und bür­ger­li­chen Her­ren des frü­hen 19. Jahr­hun­derts bei Spa­zier­gän­gen, in Stu­dier­stu­ben oder am Kamin über DAS LEBEN! DIE KUNST! DIE POESIE! schwär­men, wird ihr der Mund ver­bo­ten. Trotz­dem gedeiht im Som­mer 1820, ver­bor­gen hin­ter Stick­rah­men und Gesell­schaft­stratsch, ein ein­zig­ar­ti­ges Künst­le­rin­nen­le­ben. Noch darf sie in Karen Duves his­to­ri­schem Roman auf eine bür­ger­li­che Lie­be hof­fen, aber die­se wird hintertrieben.

Hät­te Fräu­lein Net­tes Talent neben der Ehe je eine Chan­ce gehabt? Und was braucht eine Künstler*in, um so auf­zu­blü­hen wie Annet­te von Droste-Hülshoff?

 

Für Liebhaber*innen von:
#Lite­ra­tur der Romantik
#ver­pass­ter Liebe
#Annet­te von Droste-Hülshoff

Karen Duve

Fräu­lein Net­tes kur­zer Sommer

Galia­ni Ver­lag, Ber­lin 2018
ISBN 9783869711386
Gebun­den, 592 Seiten